
Ein Klassiker der Science-Fiction-Hörspielkunst aus den 1980er Jahren
Die Hörspielserie Jan Tenner zählt zu den prägenden Science-Fiction-Reihen für Kinder und Jugendliche im deutschsprachigen Raum. Mit ihrer vierten Folge Gefahr aus dem All erschien 1980 eine Episode, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Diese Folge ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Sie markiert einen erzählerischen Übergang, führt eine neue Hauptfigur ein und bringt mit einem Unsichtbarkeitsserum ein faszinierendes Science-Fiction-Element ins Spiel.
Hintergrund der Serie
Jan Tenner wurde ab 1980 von Kiosk (heute Kiddinx) produziert. Autor der ersten 6 Folgen war H.G. Francis unter dem Pseudonym Dick Farlow. Regie führte Ulli Herzog, die Musik stammt von Jutta Stahlberg. Die Serie spielt in einer Zukunft, in der die Menschheit zwar technologisch weit fortgeschritten ist, aber dennoch regelmäßig durch Bedrohungen von Außerirdischen, Monstern oder wissenschaftlichen Experimenten gefährdet wird. Der Titelheld Jan Tenner – ein sportlicher, mutiger Physikstudent – wird immer wieder von Professor Futura, der Westlands führender Wissenschaftler ist, zu Hilfe gerufen.
Inhalt der Folge
In Gefahr aus dem All beginnt alles mit einem mysteriösen Vorfall: Der Offizier eines Stützpunkts in Westland verschwindet spurlos. Es wird vermutet, dass eine fremde Macht hinter dem Vorfall stecken. Besonders alarmierend: Der verschwundene Offizier ist im Besitz geheimer Zugangscodes, mit denen das Schutzschild von Westland deaktiviert werden kann. Eine ernste Bedrohung, denn ohne dieses Schild ist das gesamte Land angreifbar.
Professor Futura hat bereits einen Plan zur Abwehr: Er hat ein Unsichtbarkeitsserum entwickelt, das getestet werden soll. Jan Tenner erklärt sich bereit, dieses Serum auszuprobieren, obwohl die Wirkung nicht vollständig erforscht ist. Der Test gelingt – Jan wird für eine gewisse Zeit unsichtbar, was dem Team einen strategischen Vorteil im Kampf gegen die unbekannte Bedrohung verschafft.
Inmitten dieser Ereignisse tritt eine neue Figur auf den Plan: Laura, die ab dieser Folge dauerhaft die bisherige Assistentin Tanja ersetzt. Laura beweist sich schnell als kompetente und durchsetzungsfähige Frau, die mit Jan und Professor Futura auf Augenhöhe zusammenarbeitet. Sie begleitet Jan auf seiner gefährlichen Mission, bei der sie einer Invasion aus dem All auf die Spur kommen.
Im weiteren Verlauf der Folge gelingt es dem Team, die Spuren der Entführer aufzunehmen. Es stellt sich heraus, dass eine außerirdische Macht in Westland aktiv ist, um dessen Verteidigung zu schwächen und die Erde angreifbar zu machen. Mit Hilfe des Unsichtbarkeitsserums gelingt es Jan, in eine gegnerische Anlage einzudringen und wichtige Informationen zu beschaffen. Gemeinsam mit Laura kann er schließlich die Deaktivierung des Schutzschildes verhindern und den Angriff abwenden.
Die Folge endet mit einem klassischen Jan-Tenner-Fazit: Die Gefahr ist gebannt – vorerst. Doch neue Bedrohungen aus dem All könnten jederzeit wieder auftauchen.
Figuren und Sprecher
Gefahr aus dem All besticht wie alle Folgen der klassischen Jan-Tenner-Serie durch seine eingängigen Charaktere und die hervorragende Besetzung:
- Jan Tenner wird gesprochen von Lutz Riedel, dessen markante Stimme die Figur über Jahrzehnte geprägt hat. Riedel gelingt es, Jan als Helden mit Herz und Verstand darzustellen – ein moderner Abenteurer, der Technik und Mut verbindet.
- Professor Futura, gesprochen von Klaus Nägelen, bleibt die wissenschaftliche Instanz im Hintergrund, dessen Erfindungen häufig den entscheidenden Unterschied machen.
- General Forbett, gesprochen von Heinz Giese, verkörpert das militärische Rückgrat von Westland – stets auf Sicherheit und Disziplin bedacht.
- Laura, die ab dieser Folge von Marianne Groß gesprochen wird, bringt neuen Schwung in das Trio. Ihre Figur wirkt selbstbewusster und aktiver als die vorherige weibliche Hauptrolle.
- Weitere Sprecher wie Joachim Pukaß, Kurt-Otto Fritsch und Horst Breiter ergänzen das Ensemble mit solider Studioarbeit.

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Jetzt dem WhatsApp-Kanal beitretenInszenierung und Atmosphäre
Akustisch ist Gefahr aus dem All typisch für die frühen 1980er Jahre produziert: Die Musik ist schlicht, aber stimmungsvoll, und die Soundeffekte erfüllen ihren Zweck. Besonders hervorzuheben ist das Unsichtbarkeitsserum, das mit einem eigenen Klangmotiv unterlegt ist. Wenn Jan verschwindet, bleibt seine Stimme erhalten, während alle anderen ihn nicht mehr sehen – das erzeugt eine spannende, fast unheimliche Stimmung, die für junge Hörer besonders reizvoll ist.
Die Regie von Ulli Herzog sorgt dafür, dass die Handlung zügig voranschreitet, ohne zu hetzen. Dialoge sind oft knapp, aber pointiert. Die dramatischen Szenen werden mit der nötigen Ernsthaftigkeit gespielt, aber durch humorvolle Einlagen aufgelockert. Gerade die Chemie zwischen Jan und Laura bringt frischen Wind in die Serie.
Bedeutung innerhalb der Serie
Gefahr aus dem All ist in vielerlei Hinsicht eine Schlüssel-Episode:
- Einführung von Laura: Ihre Rolle ersetzt nicht nur Tanja, sondern sie etabliert ein neues Gleichgewicht im Trio. Laura ist aktiver, forscher und unabhängiger – das kommt besonders gut an.
- Neuer Technologiefokus: Das Unsichtbarkeitsserum ist ein klassisches Science-Fiction-Element, das viele Kinderfantasien anregt. Es ist kreativ eingesetzt und sorgt für einige überraschende Wendungen.
- Spannung mit Tiefgang: Die Idee, dass Westlands Schutzschild durch innere Sabotage gefährdet werden könnte, greift ein reales Thema auf – nämlich die Angst vor Infiltration und Kontrollverlust.
- Stilistische Reife: Während die ersten drei Folgen noch etwas kindlicher und verspielter wirkten, beginnt mit Folge 4 ein Übergang zu einer etwas ernsteren Tonlage.
Rezeption und Kritik
Aus heutiger Sicht ist Gefahr aus dem All ein echter Klassiker, der nostalgische Gefühle weckt. Viele Fans der ersten Stunde erinnern sich besonders gern an diese Folge, weil sie die Figur Laura ins Spiel bringt und ein interessantes neues Gadget (das Unsichtbarkeitsserum) vorstellt. Auch der Spannungsbogen wird gelobt – im Gegensatz zu späteren, teilweise hektischeren Episoden, nimmt sich diese Folge die Zeit, die Handlung logisch zu entwickeln.
Natürlich muss man die Folge im Kontext ihrer Entstehungszeit sehen: Aus heutiger Sicht wirken manche Dialoge etwas naiv oder formelhaft, und die wissenschaftliche Logik ist stark vereinfacht. Doch genau das macht ihren Reiz aus. Die Kombination aus klarer Gut-Böse-Struktur, spannender Handlung und originellen Ideen ergibt ein unterhaltsames Hörerlebnis – nicht nur für Kinder, sondern auch für erwachsene Fans von Retro-Science-Fiction.
Fazit
Jan Tenner – Gefahr aus dem All ist eine der stärkeren Folgen der frühen Serie. Sie bietet ein rundes Hörerlebnis mit klassischen Science-Fiction-Motiven, sympathischen Figuren und einem Schuss Humor. Die Einführung von Laura bringt eine neue Dynamik ins Team, das Unsichtbarkeitsserum sorgt für originelle Handlungselemente, und die Geschichte ist spannend und gut strukturiert.
Für alle, die Science-Fiction-Hörspiele mögen oder sich an ihre Kindheit mit Jan Tenner erinnern wollen, ist diese Folge ein idealer Einstieg. Sie vereint den Pioniergeist der 80er mit kindgerechtem Abenteuer – eine gelungene Mischung, die auch Jahrzehnte später noch funktioniert.
Jan Tenner – Gefahr aus dem All
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- Label / Verlag: Kiosk, Zauberstern Records
- Veröffentlicht: /
- Herkunft: Deutschland
Produktion
- Buch: Dick Farlow
- Regie: Ulli Herzog
- Ton: Walter Scheerbarth
- Redaktion / Produktion: Jutta Buschenhagen
- Musik: Jutta Stahlberg
- Illustration: Boguslaw Polch
Sprecher
- Jan Tenner – Lutz Riedel
- Laura – Marianne Groß
- Professor Futura – Klaus Nägelen
- General Forbett – Heinz Giese
- Pentriss – Kurt-Otto Fritsch
- Fontbainer – Lothar Hinze
- Funker – Joachim Pukaß
- Mailer – Manfred Schuster
- Larkota – Buddy Elias
- Hendriks – Joachim von Ulmann
- Tom – Tobias Pagel
- Erzähler – Ulli Herzog
