
Leo auf großer Zeitreise
Eine Schnitzeljagd durch Raum und Zeit – Teil 1 ist die siebte Folge der Reihe Leo und die Abenteuermaschine von Matthias Arnold. Sie eröffnet eine dreiteilige Trilogie, in der der schlaue Löwe Leo einem geheimnisvollen Rätsel quer durch die Geschichte nachspürt. In dieser ersten Etappe landet Leo gleich bei zwei Schwergewichten: Thomas Alva Edison, der seine elektrische Beleuchtung in Paris spektakulär präsentieren will, und Jules Verne, dem späteren Vater der Science-Fiction.
Die Folge ist als Wissenshörspiel konzipiert: Kinder und auch erwachsene Hörer erleben nicht nur eine spannende Geschichte, sondern lernen gleichzeitig eine Menge über Elektrizität, Erfindungen, den technischen Fortschritt des 19. Jahrhunderts und über die Kraft der Fantasie. Laut verschiedenen Anbieterangaben ist die Episode für Kinder ab etwa 6 Jahren vorgesehen, dauert rund 55–58 Minuten und erschien ursprünglich 2018 bei e.T. Media, im Vertrieb von Kiddinx.
Gleichzeitig markiert Folge 7 einen kleinen Einschnitt in der Reihe: Zum ersten Mal wird eine zusammenhängende Mehrteiler-Geschichte erzählt – die sogenannte Schnitzeljagd-Trilogie, die sich in den Folgen 7 bis 9 fortsetzt und im weiteren Verlauf unter anderem zu Piratenabenteuern mit Anne Bonny und Mary Read führt.
Ein Rätsel in der Abenteuerkiste
Zu Beginn der Folge befindet sich Leo in seiner vertrauten Umgebung: im Keller, bei seiner Abenteuerkiste und der Abenteuermaschine. Beim Stöbern entdeckt er einen geheimen Zettel, der offensichtlich gut versteckt wurde. Auf diesem Zettel steht ein Rätsel, das nicht sofort zu entschlüsseln ist und eher wie der Auftakt einer Schatzsuche wirkt.
Gemeinsam mit der Abenteueruhr, die Leo wie gewohnt mit Fachwissen, Kommentaren und gelegentlich leicht schrägen Bemerkungen unterstützt, versucht er, den Inhalt zu entschlüsseln. Die Schnitzeljagd ist mehrstufig angelegt: Ein Hinweis führt zum nächsten, und erst am Ende der Trilogie wird klar, was wirklich hinter der geheimnisvollen Aktion steckt. In dieser ersten Folge geht es zunächst darum, das erste Rätsel zu lösen und den passenden Ort in Raum und Zeit zu finden.
Schon in dieser Eröffnungssequenz wird deutlich, wie die Reihe funktioniert: Leo wirft Fragen auf (Wer hat diese Botschaft hinterlassen?, Was soll ich hier herausfinden?), die Abenteueruhr ergänzt historische und naturwissenschaftliche Fakten – und die Hörer sind eingeladen mitzudenken. Die Schnitzeljagd ist nicht nur ein Story-Motor, sondern auch ein didaktischer Rahmen, um Wissensbausteine elegant einzubauen.

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Jetzt dem WhatsApp-Kanal beitretenErste Etappe: Paris 1881 und die Internationale Elektrizitätsausstellung
Der erste Hinweis führt Leo nach Paris im Jahr 1881, genauer zur Internationalen Elektrizitätsausstellung. Diese Ausstellung war ein reales historisches Ereignis, bei dem die neuesten Entwicklungen der Elektrotechnik präsentiert wurden – darunter auch die damals brandneuen Glühlampen.
Leo landet mitten in diesem Spektakel: Menschenmengen strömen über das Gelände, elektrische Geräte brummen, Drähte und Lampen sind überall zu sehen. Die Erzählerin beschreibt die Atmosphäre so anschaulich, dass man die Faszination für das neue Wunder Strom förmlich spürt. Die Geräuschkulisse – Stimmengewirr, Maschinen, das Summen von Dynamos – unterstützt dieses Gefühl zusätzlich.
Hier trifft Leo auf Thomas Alva Edison. Zunächst wird Edison in der Folge als Erfinder der Glühbirne vorgestellt – genau so, wie es viele Kinder auch aus dem Schulunterricht oder Allgemeinwissen kennen. Doch im Gespräch korrigiert Edison selbst diese Vereinfachung: Er weist darauf hin, dass Heinrich Göbel bereits Mitte des 19. Jahrhunderts funktionsfähige Glühlampen entwickelte. Allerdings fehlte damals die notwendige Infrastruktur – vor allem eine verlässliche Stromversorgung –, sodass sich diese frühe Erfindung nicht durchsetzte.
Die Folge macht hier einen wichtigen Punkt klar: Edison war nicht einfach der einsame geniale Erfinder, sondern jemand, der vorhandene Ideen aufgriff, verbesserte, serienreif machte und zusammen mit Stromerzeugung und Verteilnetzen als komplettes System auf den Markt brachte. Kindern wird damit auf verständliche Weise vermittelt, dass technische Innovation meist ein Zusammenspiel vieler Personen und Faktoren ist.
Das Problem mit den 1000 Glühlampen
An diesem Tag soll Edison in Paris ein eindrucksvolles Experiment durchführen: 1000 Glühlampen gleichzeitig erleuchten die Nacht und verwandeln das Ausstellungsgelände in ein Meer aus Licht. Ein solches Spektakel – tatsächliche historische Vorbilder gab es bei der Elektrizitätsausstellung und bei anderen Vorführungen u. a. in Paris und New York – beeindruckte das Publikum der damaligen Zeit enorm.
Doch kurz vor der Präsentation gibt es ein Problem: Irgendetwas funktioniert nicht, das System ist instabil, und die Gefahr besteht, dass die gesamte Vorführung scheitert. Genau hier kommt Leo ins Spiel. Als außenstehender Beobachter und neugieriger Zeitreisender stellt er Fragen, achtet auf Details und denkt laut mit der Abenteueruhr darüber nach, wo der Fehler liegen könnte.
Die Folge nutzt diese Situation, um grundlegende Konzepte zu erklären, zum Beispiel:
- dass ein Stromkreis geschlossen sein muss, damit eine Lampe leuchtet,
- dass Leitungen und Verbindungen sorgfältig verlegt werden müssen,
- dass zu viele Verbraucher an einer Stelle das System überlasten können.
Ohne in physikalische Formeln abzudriften, vermittelt das Hörspiel anschaulich, dass Elektrizität nicht magisch ist, sondern bestimmten Regeln folgt. Leo hilft schließlich dabei, das Problem zu lokalisieren und zu beheben – ob es nun eine falsch angeschlossene Leitung, ein defektes Bauteil oder eine überlastete Verbindung ist. Wichtig ist: Die Lösung entsteht durch Beobachtung, gemeinsames Nachdenken und Zusammenarbeit mit Edison und seinem Team.
Als die 1000 Glühlampen schließlich doch noch gleichzeitig aufleuchten, wird das akustisch groß inszeniert: Jubel, staunende Ausrufe, ein Wechsel in der Musik. Man hört, wie sich die Anspannung in Begeisterung verwandelt. Für Kinder ist das ein starkes Bild dafür, wie sich hartnäckige Fehlersuche und Teamwork auszahlen.
Zweite Etappe: Paris 1846, Gare du Nord und Jules Verne
Die Schnitzeljagd ist mit der geretteten Edison-Präsentation nicht beendet. Ein weiterer Hinweis führt Leo erneut nach Paris – diesmal ins Jahr 1846, konkret auf den 20. Juni 1846 um 14 Uhr. An diesem Tag wird der Vorgänger des heutigen Bahnhofs Paris-Nord (Gare du Nord) in Betrieb genommen, damals als Embarcadère du Chemin de Fer du Nord.
Kaum angekommen, stolpert Leo mitten in eine kleine Kriminalgeschichte: Die Kasse eines Heißluftballon-Betreibers wurde gestohlen. Der Dieb ergreift die Flucht, und Leo nimmt die Verfolgung auf. Dabei wird kostbare Zeit verschwendet – und Leo läuft Gefahr, sein eigentliches Ziel zu verfehlen: ein Treffen mit einem jungen Mann, der noch nicht ahnt, dass er als einer der bedeutendsten Autoren fantastischer Abenteuerliteratur in die Geschichte eingehen wird: Jules Verne.
Die Verfolgungsjagd durch das Bahnhofsgelände eignet sich hervorragend, um die Atmosphäre des frühen Eisenbahnzeitalters in Paris zu schildern: die Faszination der neuen Transportmittel, die Mischung aus elegant gekleideten Reisenden, Arbeitern und neugierigen Schaulustigen, die Dampfloks im Hintergrund. Gleichzeitig bleibt die Spannung kindgerecht – es geht um einen Diebstahl, aber nicht um gefährliche Gewalt.
Der Heißluftballon und die Idee zu In 80 Tagen um die Welt
Wie es der Dramaturgie entspricht, fügt sich am Ende doch alles: Leo verpasst sein Treffen nicht, sondern trifft tatsächlich am Heißluftballon-Stand auf Jules Verne. Die beiden kommen ins Gespräch und starten zu einer Ballonfahrt über die Dächer von Paris.
Während sie über die Stadt schweben, unterhalten sie sich darüber, wie man die Welt möglichst schnell bereisen könnte. Leo bringt dabei eine Idee ins Spiel, die den Hörern bekannt vorkommen dürfte: Eine Reise einmal um den Globus in 80 Tagen – ein Konzept, das Jules Verne später in seinem berühmten Roman In 80 Tagen um die Welt verwenden wird. Das Hörspiel spielt hier augenzwinkernd mit der Vorstellung, Leo hätte den Autor inspiriert.
Diese Szene funktioniert auf mehreren Ebenen:
- Sie vermittelt Kindern, dass hinter bekannten Geschichten oft reale Personen mit konkreten Erfahrungen stehen.
- Sie zeigt, wie Ideen entstehen – als Kombination aus Fantasie, technischem Wissen und Anregungen aus Gesprächen.
- Sie knüpft inhaltlich an die Themen Reisen, Technik und Fortschritt an, die sich durch viele Romane von Jules Verne ziehen.
Zum Abschluss der Begegnung schenkt Verne Leo einen Umschlag mit einer Goldmünze und einem weiteren Hinweis. Dieser neue Rätselbaustein führt direkt zu den Ereignissen der nächsten Folge der Schnitzeljagd-Trilogie, in der Leo auf hoher See und bei Piraten landet.

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Jetzt dem Bluesky-Kanal folgenHistorische Hintergründe: Edison, Göbel, Verne und die Elektrizität
Ein besonderer Reiz dieser Folge liegt darin, wie sie historische Fakten in eine kindgerechte Handlung einbettet.
Edison wird in der Folge als berühmter Erfinder eingeführt, der die Glühlampe zur Serienreife brachte und in großem Stil einsetzt. Historisch ist es korrekt, dass Edison seine verbesserte Glühlampe und sein elektrisches Beleuchtungssystem 1881 in Paris präsentierte – unter anderem im Rahmen der Internationalen Elektrizitätsausstellung.
Spannend ist, dass das Hörspiel den Namen Heinrich Göbel erwähnt und damit eine Diskussion aufgreift, die auch in der Technikgeschichte immer wieder geführt wurde: Wer wirklich die Glühlampe erfunden hat. Göbel gilt in einigen Darstellungen als einer der frühen Entwickler einer praktikablen Glühlampe, konnte seine Erfindung aber nicht zu einem weltweit erfolgreichen System ausbauen.
Für Kinder bleibt hängen: Erfindungen entstehen oft nicht aus dem Nichts, sondern bauen aufeinander auf. Edison wird nicht als unfehlbarer Held gefeiert, sondern als kluger, aber auch ehrlicher Techniker, der anerkennt, was vor ihm geleistet wurde.
Jules Verne wiederum wird als neugieriger, fantasievoller junger Mann gezeigt, der sich für neue Verkehrsmittel und abenteuerliche Reisen begeistert. Historisch passt das sehr gut: Verne war fasziniert von Technik, Geografie und Naturwissenschaften und schrieb zahlreiche Romane, in denen Ballonfahrten, Unterseeboote, Reisen zum Erdmittelpunkt oder zum Mond eine Rolle spielen.
Die Szene im Heißluftballon mit Leo spielt augenzwinkernd auf Vernes Roman Fünf Wochen im Ballon an, in dem eine Ballonexpedition über Afrika unternommen wird.(Wikipedia) Dass Leo ihm außerdem die Idee einer 80-tägigen Weltumrundung zuflüstert, ist eine charmante Fiktion – sie verbindet historische Realität (Verne schrieb In 80 Tagen um die Welt) mit der Spielfreude eines Kinderhörspiels.
Themen und Motive der Folge
Neben der eigentlichen Geschichte greift die Episode mehrere übergeordnete Themen auf, die sich durch die ganze Reihe Leo und die Abenteuermaschine ziehen.
Leo ist ein Paradebeispiel dafür, wie Neugier zu Wissen führt. Er stellt viele Fragen, gibt sich nicht mit einfachen Antworten zufrieden und will verstehen, warum etwas funktioniert. Genau das sollen die Hörer nachahmen: nicht nur staunen, sondern nachfragen und begreifen.
Die Folge zeigt auch, dass Technik nicht einfach neutral ist, sondern verantwortungsvoll eingesetzt werden muss. Edisons riesige Lichtshow ist beeindruckend, aber sie funktioniert nur, wenn zuverlässig und sicher mit Strom umgegangen wird. Fehler können die Präsentation gefährden – und im übertragenen Sinne auch Menschen in Gefahr bringen. Die Episode vermittelt so auf kindgerechte Weise den Gedanken, dass Fortschritt Planung, Sorgfalt und Verantwortung braucht.
Mit der Begegnung mit Jules Verne rückt ein anderes Motiv in den Vordergrund: Fantasie als Antrieb für Geschichten und Erfindungen. Die Ballonfahrt über Paris ist nicht nur eine schöne Abenteuerszene, sie verdeutlicht auch, wie Beobachtungen und Ideen zu Geschichten werden können. Kinder sollen spüren: Wenn sie sich etwas lebhaft vorstellen, können daraus eigene Geschichten oder sogar spätere Projekte entstehen.
Leo rennt einem Dieb hinterher, hilft Edison bei einem drohenden Fiasko und unterstützt den Ballonbetreiber. Dabei agiert er nicht als Superheld, sondern als jemand, der mutig ist, aber Fehler machen darf. Das Hörspiel zeigt: Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern trotz Unsicherheit zu handeln und anderen zu helfen.
Figuren und Sprecher
Die Qualität der Folge steht und fällt wie bei jeder Hörspielproduktion mit den Sprecherleistungen – und hier ist das Niveau gewohnt hoch.
Gerade Marco Rosenberg verleiht Leo eine jugendliche, neugierige und sympathische Stimme, die perfekt zur Figur des schlauen Löwen passt. Die Erzählerin von Katrin Zierof führt souverän durch die Handlung, schafft Übergänge zwischen den Zeitebenen und erklärt komplexere Sachverhalte so, dass sie verständlich, aber nicht belehrend wirken. Die Abenteueruhr, gesprochen von Babette Büchner, sorgt mit eigenem Charakter und gelegentlichem Humor für Auflockerung – gleichzeitig liefert sie viele Hintergrundinfos.
Die Gastrollen – insbesondere Edison und Verne – sind markant vertont, ohne ins Karikaturhafte abzugleiten. Dadurch bleiben die historischen Figuren glaubwürdig, auch wenn sie in einem sehr unterhaltsamen, kindgerechten Kontext auftreten.
Musik, Geräusche und Produktion
Produziert wird die Reihe von Matthias Arnold bzw. e.T. Media, als Verlag bzw. Vertriebsplattform sind u. a. Kiddinx genannt. Die Folge hat eine Laufzeit von rund 55–58 Minuten, je nach Fassung und Anbieter.
Die Musik unterstützt die jeweiligen Stimmungen hervorragend:
- Bei wissenschaftlichen Erklärpassagen sind die Klänge eher zurückhaltend,
- in den Jagd- und Spannungsszenen zieht das Tempo an,
- während der Ballonfahrt über Paris wird die Musik spürbar weiter und luftiger.
Die Geräusche sind detailreich, aber nicht überladen: das Summen von Dynamos und das Klicken von Schaltern auf der Elektrizitätsausstellung, das Rattern von Zügen und das Treiben am Bahnhof, das Rascheln des entdeckten Zettels in Leos Abenteuerkiste. All das sorgt für ein sehr plastisches Kopfkino, ohne dass die Dialoge untergehen.
Insgesamt macht die Produktion einen sehr sorgfältigen Eindruck: klare Sprachaufnahmen, gut ausbalancierte Lautstärke zwischen Dialog, Musik und Geräuschen sowie eine saubere Schnittarbeit. Man merkt, dass die Macher Wert darauf legen, dass auch jüngere Hörer jederzeit folgen können.

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Jetzt als PWA installierenEinordnung in die Reihe und Zielgruppe
Eine Schnitzeljagd durch Raum und Zeit – Teil 1 ist nicht nur irgendeine weitere Episode, sondern der Startpunkt einer größeren Erzählung, die sich über drei Folgen streckt. In der Serienübersicht wird Folge 7 als Auftakt der Schnitzeljagd-Trilogie aufgeführt, in der Leo nacheinander auf Edison, Verne und später auf Piraten wie Anne Bonny und Mary Read trifft.
Die Altersangabe liegt typischerweise bei 6 bis 12 Jahren, was gut zur Balance aus Wissensvermittlung und Abenteuer passt. Jüngere Kinder können den Grundzügen der Handlung folgen und erfreuen sich am Löwen, an der Abenteueruhr und an den deutlich als gut oder schurkisch markierten Nebenfiguren. Ältere Kinder und Erwachsene bekommen zusätzlich historische Details, Querverweise zu realen Ereignissen (Internationale Elektrizitätsausstellung 1881, Eröffnung des Nordbahnhofs 1846) und Anspielungen auf bekannte Romane von Jules Verne.
Damit fügt sich Folge 7 sehr stimmig in das Konzept von Leo und die Abenteuermaschine ein: Jede Episode nimmt sich ein Thema aus Technik oder Geschichte vor, verpackt es in eine unterhaltsame Zeitreise und führt die Hörer an historische Personen heran, ohne diese zu überhöhen. Die Schnitzeljagd-Trilogie hebt dieses Konzept auf eine neue Stufe, da die Rätsel über mehrere Folgen hinweg fortgeführt werden und so zum Weiterhören einladen.
Ein gelungenes Wissensabenteuer mit Cliffhanger
Eine Schnitzeljagd durch Raum und Zeit – Teil 1 ist eine ausgesprochen gelungene Folge von Leo und die Abenteuermaschine. Sie kombiniert eine spannende Rahmenhandlung (die rätselhafte Schnitzeljagd) mit zwei in sich stimmigen Teilabenteuern:
- der Rettung von Edisons großer Lichtshow auf der Elektrizitätsausstellung 1881 in Paris,
- der Begegnung mit dem jungen Jules Verne am Gare du Nord im Jahr 1846 samt Ballonfahrt und literarischem Funkenflug.
Dabei gelingt der Balanceakt zwischen Unterhaltung und Wissensvermittlung sehr gut. Kinder lernen spielerisch etwas über Elektrizität, Erfindungen, Bahnhöfe, Heißluftballons und Literatur, ohne dass der Eindruck einer trockenen Unterrichtsstunde entsteht. Die Sprecher liefern durchweg überzeugende Leistungen, Musik und Geräusche erzeugen ein stimmiges Klangbild, und die Produktion ist professionell umgesetzt.
Besonders stark ist, wie differenziert das Hörspiel mit dem Thema Erfindung umgeht: Edison wird nicht als einsamer Genieheld stilisiert, sondern als jemand, der auf Vorarbeit aufbaut, Fehler zugibt und im Team arbeitet. Gleichzeitig zeigt die Begegnung mit Jules Verne, dass Fantasie und Neugier genauso wichtig sind wie technische Fertigkeiten.
Am Ende bleibt ein klarer Cliffhanger: Leo hat den nächsten Hinweis in der Tasche – eine Goldmünze mit Rätsel – und Hörer wollen wissen, wohin ihn die Abenteuermaschine als Nächstes bringt. Für alle, die Kinderhörspiele mit historischem Hintergrund mögen oder Nachwuchs haben, der sich für Erfinder, Technik und große Geschichten interessiert, ist diese Folge ein sehr empfehlenswerter Einstieg in die Schnitzeljagd-Trilogie und ein starker Baustein im Gesamtwerk von Leo und die Abenteuermaschine.
Leo und die Abenteuermaschine – Eine Schnitzeljagd durch Raum und Zeit – Teil 1
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- Label / Verlag: Kiddinx
- Veröffentlicht:
- Herkunft: Deutschland
Produktion
- Buch, Regie & Produktion: Matthias Arnold
- Cover: Tina Bratke – allerei Unfug
- Tonstudio: Hörbuch-Tonstudio Berlin
- Audio-Mischung: Lauscherlounge – Thilo Masuth
- Lektorat: Marcel Overrödder / Marco Rosenberg
Sprecher
- Leo Löwe – Marco Rosenberg
- Erzählerin – Katrin Zierof
- Abenteueruhr – Babette Büchner
- Thomas Edison – Jens Hartwig
- Jules Verne – Brian Sommer
- Mann bei Edison – Dominik Stein
- Ballonfahrer – Sebastian Lohse
- Straßenhändler – Ulrich Blöcher
- Passantin – Angelina Geisler
- Kind – Tobias Arnold
- Leos Mama – Irina von Bentheim
- Leos Opa – Charles Rettinghaus

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